Namensfindung - Teil  3

Magische  Namen

Willkommen in meiner Welt der magischen Wesen.

Im letzten Teil erzähle ich dir von meiner Reise in eine Welt, die mich selbst überrascht hatte.

Nachdem ich beim letzten Mal Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt habe, tauche ich nun in die Welt der magischen Wesen ein.

Wie bereits im ersten Teil berichtet, halte ich nicht sehr viel davon Namen zu nehmen, die kaum auszusprechen sind. Dennoch sollten sie neugierig auf den Charakter machen.
Und genau hier beginnt die Schwierigkeit.

Anfangs musste ich mir erst einmal klar werden, was genau die magischen Wesen sein sollten. Woher kommen sie? Welche Macht besitzen sie? Wie kann ich diese Macht kontrollieren? Ist sie überhaupt kontrollierbar?

Für mich gibt es nicht schlimmeres als ein mächtiges Wesen, das aus irgendeinen seltsamen Grund plötzlich seine Fähigkeiten nicht mehr einsetzt, obwohl es noch darüber verfügt.


Viele bekannte Filme zeugen davon. Ein Beispiel: die Star Wars Saga. Die Jedi haben Kräfte, doch irgendwie setzten sie diese nicht immer ein. Sie stehen einer Armee von Robotern gegenüber und greifen zum Lichtschwert, selbst wenn sie sich in größter Gefahr befinden.
Immer wieder frage ich mich: Warum fegen sie diese Armee nicht mit einer Handbewegung weg?
Weil ein Kampf mit einem Lichtschwert spektakulär aussieht? Zugegeben, das tut er und würde einen Sinn ergeben, wenn sie der dunklen Seite der Macht - den Siths -  gegenüberstehen.
Oder um der Dramatik mehr Substanz zu geben?


Für mich ist das unlogisch und meine Laune sinkt in den Keller, wenn nicht sogar in den Untergrund.
Wenn ich solche Wesen mit derartigen Fähigkeiten erschaffe, muss ich einen Gegenpart finden, der dem gewachsen ist, oder eine Erklärung liefern, weshalb es gerade nicht geht...
Wie bei Superman, wenn Kryptonit in seiner Nähe ist.

Die Suche nach geeigneten Gegner bezahlte ich teilweise mit schlaflosen Nächten. Ich stand sprichwörtlich unter Strom, bei der Suche nach einen guten Namen, bis ich ...
... ich folgte einem Link, der mich zu einem Link führte und klickte dort erneut auf einen Link, bis ich letztlich den Link fand, der mich ans Ziel führte.

Frei nach dem Motto: Auch ein langer Weg führt dich letztendlich zum Ziel!

Mein Antagonist ist ein Schatten und lauert im Verborgenem ...

Nagual
Nagual oder Nahual (Nahuatl naualli, „etwas Verborgenes“, „Maske“, „Verkleidung“ oder „Verhüllung“) ist in den Mythologien Mesoamerikas eine Schutzgottheit einer Einzelperson.
Die Azteken nahmen an, er könne in tierischer oder pflanzlicher Gestalt auftreten und sei jeweils mit einem Menschen so eng verbunden, dass Tod oder Verwundung beide treffe, Nagual und Mensch. Auch Gottheiten wurden Naguale zugeschrieben: So soll etwa der Kolibri der Nagual des Huitzilopochtli gewesen sein.
Diese mythologische Gestalt regte die Phantasie der spanischen Kolonialherren so stark an, dass Brasseur de Bourbourg (1859) und Brinton (1894) darin viel mehr sahen als einen überlieferten heidnischen Mythos, der in Fragmenten überlebt und sich mit christlichen Einflüssen vermischt hatte. Sie erkannten darin den Nagualismus, eine vermeintlich starke geheime Organisation, die angeblich weit verbreitet war und deren Mitglieder aus verschiedenen Kultur- und Sprachkreisen stammten. Sie sollten durch okkulte Riten verbunden sein, deren höchstes Ziel es wäre (so die Angst der weißen Herren inmitten von Indigenen), ihre westliche Gesellschaftsordnung zu stürzen, die christliche Religion und den Staat abzuschaffen.
Das Wort Nagual hatte eine Vielzahl von verschiedenen Bedeutungen unter den diversen Völkerstämmen Mittelamerikas, bedingt durch den Zerfall und die aztekische Migration. Eine von den Bedeutungen war Die sich transformierende Hexe und wurde für Individuen gebraucht, von denen man annahm, dass sie zu einer Metamorphose fähig seien. Eine andere Bedeutung war der persönliche Schutzgeist oder Totem.

 

Diese Informationen beflügelten meine Fantasie. Und hier lag die Tücke des Schreibens verborgen:  Anfangs noch männlich, änderte ich meine Meinung und es wurde eine Antagonistin.

Nun brauchte Nagual noch Hilfe von Außen.


Für die Dramatik war es wichtig, einen Konflikt aufzubauen. Die Liebe eignete sich dafür hervorragend!

Liebe zwischen einem Mann und einer Frau.
Liebe zwischen den Eltern und ihren Kindern.
Liebe unter Geschwistern.
Liebe zu einem Tier.

Es gibt diverse Möglichkeiten, sich dies zu Nutze zu machen und die meisten Autoren greifen gern darauf zurück.
Die Liebe kann ein hervorragender Lieferant für Konflikte sein, und sorgt somit für einen Spannungsaufbau, der sich wunderbar in einem Showdown entladen kann.

Um Nagual eine glaubwürdige Helferin an die Seite zu stellen, benötigte ich eine Person, die ebenfalls gewisse Kräfte besitzt, diese jedoch nicht voll und ganz einsetzen kann.


Während ich bereits zuvor einem Link nach dem anderen folgte, verlief ich mich und irrte umher, bis ich ein Licht am Ende des Tunnels sah:

Zalmonah

Ist ein Ort/ eine Station von Israel während der Wüstenwanderung und befindet sich auf die Ostseite von Edom.
Bedeutung: Die Dunkle, Schattige, Schattenort.

 

Das Geschwisterpärchen  Nagual und Zalmona - auch Zal genannt - nahm Gestalt an.

Ihr treu zur Seite steht immer ihr Ehemann Kaleb - auch liebevoll Kal von Zalmona genannt.

Kaleb

Kaleb heißt Hund.
Er war in der Bibel ein Späher der Israeliten. Kaleb bedeutet auch Der Hingebungsvolle,  verrückter Hund oder wagemutig, wobei die Bedeutung Hund die am weitesten verbreitete ist.

Sicherlich hast du bereits erkannt, dass die Suche nach dem ultimativen Namen mit viel Recherche verbunden ist. Manchmal dauert es Tage- ja sogar Wochen, bis sich der Name offenbart, der zu deinen Protas passt.


Sei dir bewusst, wer oder was dein Akteur darstellen soll. Welche Charaktereigenschaften er oder sie haben soll. Dann kannst du dich ruhigen Gewissens auf die Suche begeben.

Wir leben nicht mehr im 20ten Jahrhundert, in dem die Suche noch mit längeren Aufenthalten in Bibliotheken und Bücherwälzen zeitraubend war.
Dennoch, auch das Lesen von Büchern, Zeitschriften oder Zeitungen hilft dem/der AutorIn, einen  Namen oder wenigstens einen Hinweis zu bekommen, der schließlich zu einem geeigneten Namen führen kann.

Das ist mein Weg.


Vielleicht konnte ich dir mit diesen Berichten ein wenig die Richtung weisen, um nicht komplett im Namenssumpf unterzugehen.